Mein neues zu Hause

Mein erstes Abenteuer  nach 10 Jahren, die Fahrt hinter einem alten klapperigen Pickup, endete im  Nordsaarland. Hier wird mein neues zu Hause sein. Schön solls da sein und einen See mit anderen Jollen gibt’s da angeblich auch. Ich bin gespannt.

Kaum angekommen wurde zunächst ein erstes Bild von mir gemacht, dann wurde ich sofort ausgepackt und genau in Augenschein genommen. Endlich das erste Tageslicht seit vielen vielen Jahren.

Zeit zum wach werden.

In meinem Bauch liegt noch jede Menge Segelzeug. Ein Satz VM Sails, ein Satz Elvstrøm Sails, drei Spinnacker, ne Tau- und Krusch-Kiste. Alte Trockenanzüge für die Crew sind auch noch da, die müssen aber schnell entsorgt werden. Was mich aber schon seit Jahren juckt ist die halb volle Schachtel Zigaretten (Gauloises ohne Filter) die unter Segeltuch versteckt ist. Ob der 5 D-Mark Schein, der daneben liegt, heute noch zu gebrauchen ist weiß ich auch nicht.

hab den Bauch voll

Die lange Zeit, in der ich eingepackt war, hat einige Geruchsspuren hinterlassen. Der Spi in meiner Trompete müffelt schon sehr.  Ich sehe aber, dass Hochdruckreiniger und Shampoo schon bereit stehen. Einige Zeit später, frisch geduscht und in der Sonne trocknend, sieht die Welt schon wieder anders aus. Jetzt müssen Mast und Segel drauf – dann kann ich auch zeigen wie schön ich bin.

Nachdem alles Stehende und Laufende gut geprüft wurde und alle Rollen und Schienen mit Silikon „abgeschmiert“ wurden bin ich nun segelfertig. Fehlt bloß noch das Wasser und ne Crew.

Zum ersten Kennenlernen kam mein alter Eigner vorbei um der neuen Crew ein paar Aufbautipps zu geben und um meine Besonderheiten zu zeigen. Dann ging es endlich wieder aufs Wasser. Es war zwar nur ne leichte Brise, die an diesem Tage wehte, aber das reichte für die ersten Annäherungen. Sämtliche Ein-und Verstellmöglichkeiten funktionieren noch, einige sind etwas „eingerostet“ aber die „Neuen“ haben versprochen es zu richten.

Nach einigen Schlägen mit und ohne Spi waren alle Fragen geklärt und ich bekam meinen neuen Sommerliegeplatz. Mit Blick aufs Wasser und inmitten anderen Schiffe.

Herrlich, ich darf hier bleiben.

Wind am SeeUnd Wind gibt’s da auch.

Der ortsansässige Segelverein ist der Ruder und Segelclub Losheim am See. Zu dem gehöre ich jetzt auch. Da gibt es einige andere Jollen, Dickschiffe, viele nette Crews und eine aktive Jugendabteilung. Das Motto des Vereins könnte glatt aus meinen Spanten stammen, es lautetRSC_Logo

„segeln ist leidenschaft“.

Die neue Crew scheint wasserbegeistert zu sein. Bin sehr gespannt was die Zukunft mit den Beiden bringt.

Ihre Namen kenne ich nicht, ich nenn sie erst mal …

„Schotte“ & „Skipper“

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