Kuhschellen Regatta 2016

Oh je, das war mal ein langer Weg. Das heißt lang war er nicht, es hat nur lange gedauert bis wir angekommen sind. Die Autobahnen waren voller Staus und die Umgehungen, die wir gefahren sind, gingen zum Teil durch die Hinterhöfe. Egal, der Crew hat es gefallen, die sind ja gerne auf kleinen Straßen unterwegs. Mir war es manchmal zu holperig, aber wir sind dann doch Freitagabend pünktlich mit dem einsetzenden Regen am Gelände des SCAI angekommen. am FeuerWir waren nicht die Ersten und nachdem Philipp das Lagerfeuer angezündet hatte, hörte es auch endlich auf zu regnen. Alle waren bester Laune. Einige Jungs versuchten das Äppelwoi-Lied zu singen, waren aber nicht mehr textsicher und so mussten sie zunächst einmal Rat bei einem bekannten hessischen Korsarsegler via Telefon einholen, was um Mitternachtwir suchen den Text gar nicht mehr so einfach war. Alle saßen noch lange am Feuer und ich duckte mich zusammen mit den andern Schiffen unter die Bäume. Am Samstag Morgen wurde ich dann bei strahlendem Sonnenschein aufgebaut. Ich staunte nicht schlecht über die Lackierung von Rosinante neben mir. Die ist echt gelungen – sehr hübsch. Sie ist ein Vollholzschiff Rosinantegenau wie ich und wird von einer jungen Crew gesegelt die zum ersten Mal dabei ist. Es gab noch ein paar andere Schiffe, die auch neu dabei waren bzw die ich noch nie gesehen hatte. Dann hieß es warten auf Wind. Die Crew und ich hatten irgendwann die Nase voll vom warten  und wir segelten mit dem vorhandenen Null Wind auf dem See umher. Wir hatten ihn ganz für uns alleine – den See. auf dem AlpseeEs sollte einige Zeit dauern bis eine leichte Brise konstant über den See zog. Das hat der Wettfahrtleiter genutzt und gleich darauf wurde auch schon die erste Wettfahrt angeschossen. Wir starten nicht schlecht und waren sehr verwundert, dass es nach der ersten Leetonne wieder gleich ins Ziel ging. Es war Bahnverkürzung angesagt, weil der Wind einschlief und sich drehte. Schade, wir wollten eigentlich noch ein paar Plätze gutmachen und weiter nach vorne segeln. Danach hieß es wieder warten auf Wind. Wir hatte Glück, plötzlich zogen dunkel Wolken auf und es setzte starker Wind ein. Jetzt zeigte sich, ob der Umbau des Riggs, den der Skipper letzte Woche vorgenommen hatte, funktioniert. Die neue Genuafallverstellung und das Einstellen des Mastkontrollers funktionierte gut und so war ich mit ein paar gerade druch das ZielHandgriffen von Leichtwind auf Mittelwind umgetrimmt. Das war auch gut so. Kurz nach dem Startschuss hatten wir einen 4er Wind mit ein paar noch stärkeren Böen. Der Start war super, wir waren beim Schuss als oberstes Boot am Startschiff. Die Crew hatte einen Heidenspaß. Es war das erste Mal, dass die Schottin eine komplette Kreuz im Trapez stehen konnte. Bei einer Wende ist mir oder Ihr leider die Genuaschot in der Klemme hängen geblieben, so dass es uns fast in der Bach geworfen hätte, aber der Skipper konnte die Schot gerade noch lösen. Leider hab ich bei der Aktion aber ca 50 Liter Wasser in meinen Bauch gesogen – und das so kurz vor der Luvtonne. Auf dem Spikurs war mit Lenzen nicht viel drin obwohl ich sogar stellenweise auf Vorwindkurs ins Gleiten gekommen bin. Kurz vorm Leefass rasten wir auf einem großen Pulk von Schiffen zu und da die sich alle um das Fass tummelten, wollte der Skipper außen um den Pulk herum segeln. Die Idee war eigentlich nicht schlecht, aber der Wind ließ so plötzlich wie er eben gekommen war auch wieder nach. Noch schlimmer, er fing an zu drehen. Diese Wettfahrt wurde auch verkürzt und wir mussten gleich ins Ziel. Das war jetzt blöd, standen wir doch im Lee von 15 Schiffen und hatten keinen gescheiten Wind mehr. So beendeten wir die Wettfahrt am Ende des Mittelfelds. Die Schiffe, die nach uns um das Fass fuhren, traf es noch schlimmer, sie brauchten 10 Minuten um die paar Meter bis zur Ziellinie zu segeln – der Wind war komplett weg.  Die Schiffe wurden dann alle geslippt und standen zum Trocknen auf der Wiese. Die Crew legte sich und dann auch mich trocken und wir warteten wieder auf Wind. Zum Zeitvertreib hatten einige Jungs sich mit einerWasserschleuder Wasserschleuder bewaffnet, andere pflegten ihre Schiffe oder widmeten sich der Natur. Kurz vor der Essenszeit wurde verkündet das an diesem Tag keine Wettfahrt mehr gesegelt würde und prompt antwortete der Alpsee mit Sturmböen. Chris und Tim waren die Einzigen, die es wagten ein paar Schläge zu segeln, d.h. eigentlich übten sie das Kentern und Aufstellen von Bernd das Boot. Einen Kitesurfer, der diesen Wind ebenfalls testen wollte, zerlegte es regelrecht in der Luft und auf der Wasseroberfläche. Zwei Korsarsegler sind Ihm dann in einem Ruderboot zu Hilfe geeilt. Die Wasserwacht die zuvor noch fleißig mit einem Motorboot über den See geheizt war hat das wohl nicht gesehen. Ich war heilfroh das Skipper seine Idee, auch noch ne Runde zu drehen, verworfen hatte. Ich bin mir nicht sicher ob mein altes Rigg das unbeschadet überstanden hätte. Die anderen Korsarsegler sahen das wohl auch so, – keiner ging mehr aufs Wasser. Als alle dann wieder heil an Land waren, gab es für die Crews was zu essen und für uns Schiffe ne trockene Persenning. Der Abend wurde, wie meist am Alpsee, an und um das Feuer mit Gitarrenmusik und eigenem Gesang verbracht und wenn man, wie ich weit genug weg steht, hört es sich auch ganz nett an. Der Sonntagmorgen weckte uns mit Sonnenschein. Leider stellte sich den ganzen Tag kein vernünftiger RotaugenWind ein. Der Skipper war dann mal ne Runde schnorcheln und fand auch prompt einen Schwarm Rotaugen, den er gleich mal fotografiert hat. Na und – die seh ich dauernd wenn ich im Wasser liege. Andere vertrieben sich die Zeit im dem Beobachten von Blumen.zeitvertreib Gegen 13:00 hatte der Wettfahrtleiter ein Einsehen und  wir Schiffe wurden abgebaut. Meine Crew lies sich sehr lange Zeit, da wir erst am Montag heim wollten. Es gibt da in Immenstadt so ein Geschäft, da wollte die Schottin unbedingt Montags mal hin. Aber zuerst war wieder Siegerehrung bei der, wie immer, bis zum Ohrensausen mit den Kuhschellen gebimmelt wurde. Anschließend haben wir den Nachmittag und auch den Abend noch am Alpsee verbracht. Ich lag gepackt auf meinem Trailer hinter der Pension. Schottin und Skipper schauten sich mit einigen Einheimischen und der Crew von Waldseeflitze im Clubhaus des SCAI ein Fußballspiel an. Am nächsten Tag ging es Siegerehrungdann um die Mittagszeit bei schönem Cabriowetter wieder Richtung Heimat. Da der ganze Tag zur Verfügung stand, fuhren wir wieder über die Landstraße. Wir waren jetzt  das dritte Mal am Alpsee und hatten jeweils immer nur einen Regattatag. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf dass wir dort auch mal an beiden Tagen segeln werden.

Wir kommen einfach so lange wieder.

Hier noch ein paar Bilder.

ah-so gewonnen hat GER 3806 mit Jens und Birgit

Ergebnisliste Kuhschelle 2016

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