Kuhschellen Regatta 2014

Was haben violette Blumen mit segeln zu tun oder bekommen die Regattaschiffe dort Blumen an die Wanten gebunden? Wisst Ihr denn nicht das Kuhschellen violette Blümchen sind?? Hier sind aber die Dinger gemeint, die die Kühe in den Alpen am Hals hängen haben. Also Kuhglocken, die heißen hier nur Schellen. Soll ich so ein Teil etwa mitschleppen und während der Regatta damit bimmeln? Wird da etwa immer im Nebel gesegelt? Stimmt alles nicht, hat man mir erklärt, die Kuhschellen gibt es für die Crews am Ende der Regatta bei der Siegerehrung und je besser die Platzierung, um so größer die Kuhschelle. Das hat eine uralte Der große AlpseeTradition hier am Alpsee. Womit auch raus ist wo es hingeht, ins Alpenvorland. Das ist mal ne lange Strecke, 450 km. Ich wurde also zeitig bepackt und reisefertig verladen und dann ging es Freitags los. Es war schönes Cabriowetter und wir düsten die Landstraße runter Richtung Straßburg um dann den Schwarzwald zu erklimmen. Weiter ging’s am Bodensee vorbei bis an den Alpsee. Dort kamen wir zu  später Stunde an. Die Crew quartierte sich in einer Pension ein und ich stand geschützt im Hinterhof. Am nächsten Morgen sind wir dann nur ein paar hundert Meter zum Segelclub Alpsee-Immenstadt (SCAI)  an den großen Alpsee gefahren. Hier ist es schön. Es gibt eine große Wiese mit jeder Menge Jollen, ein Platz für dieWOMO Stellplatz WOMOs und ein nettes Clubhaus. Und das alles in den Bergen, ok am Rand der Berge. Auch Samstags war strahlender Sonnenschein als ich aufgebaut wurde. Bald kam auch Peter vorbei und schaute sich an, wie die neue Segel zu mir passten. Peter segelt schon lange Korsare, arbeitet bei der Firma Fritz und kennt sich deshalb sehr gut mit den Segeln aus. Der Tag war aber jetzt schon für mich gelaufen – schönstes Wetter aber kein Wind. Die Crew schaute sich die ganze Anlage in Ruhe an. Einige Segler waren tatsächlich im See baden und auch der Skipper war im klaren Alpsee ne Runde schnorcheln. Einen kleinen Hecht und ein paar Barsche hat er gesehen. Abends Käsebuffetnach dem Essen gabs noch eine große Platte mit Allgäuer Käsespezialitäten. Danach trafen sich fast alle Segler an der Feuerstelle beim Lagerfeuer. Dort saß die Crew auch noch bis spät in die Nacht.  Am nächsten Tag war Wind, dafür aber das Wetter lange nicht mehr so schön. Die Crew packte sich warm ein und es ging auf auf den See zur ersten Wettfahrt. Der See ist riesig, zumindestens im Vergleich zu dem was die Crew bisher so kennt. Irgend wo da unten ist das Startschiff hingefahren, also mit dem Feld in diese Richtung segeln. An er Startlinie angekommen fing es an zu schütten, aber so richtig wie aus Eimern. Egal; es ist ja Wassersport, sagt dieNach dem Start Schottin dann immer. Hautsache die Laune bei den beiden ist gut, aber ich hatte den Bauch schon so voll mit Wasser, dass die Schottin lenzen musste. Wir starteten dann ganz passabel und segelten Richtung Luvtonne. Sehen konnten wir die nicht, so weit war die weg, oder es lag am starken Regen. Nach zwei Runden rundeten wir die Leetonne im hinteren Mittelfeld und segelten wieder eine Kreuz Richtung Luvfass. Auf einmal rief uns Christian von SCI zu. „Ihr müsst doch noch durch Ziel, Ihr seit grad dran vorbei gesegelt.“ Der Skipper und die Schottin waren ganz verdutzt, die 3 Runden waren doch noch gar nicht gesegelt. Was war geschehen? Die Wettfahrtleitung hatte die Bahn verkürzt und dass hat die Crew nicht mitbekommen, weil sie im Eifer so auf die Luftonne fixiert war. Also schnell ne Halse und mit raumen Kurs Richtung Leefass auf die Ziellinie zu. Einen Aufschießer um die Linienboje und wir sind als Allerletzter durchs Ziel. Und ich dachte sofort „Wie war das – Nix kaputt machen und nicht Letzter werden„. unter SpinnackerZum heulen und sich ärgern war aber keine Zeit denn es sollte gleich mit dem nächsten Lauf weitergehen. Die Crew hatte eindeutig gepennt und nicht genau auf das Wettkampfschiff und auf die anderen Schiffe geachtet. Das sollte nicht mehr passieren, man ist ja lernfähig. Bei den nächsten beiden Läufen waren die beiden voll konzentriert, obwohl es immer noch wie aus Eimern schiffte. Zwischendurch musste die Schottin  immer mal wieder von Hand gelenzen. Da haben die Plastikschiffe mit Doppelboden einen Vorteil, weil dort das Wasser von alleine rausläuft. Wir kämpften mit dem Wetter und den andern Schiffe und belegten den 16. Platz.  Im letzten Lauf  ging’s noch mal besser und wir steigerten uns bis auf den 13. Platz. Das Gelächter und Gefrozele von einigen anderen Crews, wegen der verpassten Zieldurchfahrt, war uns dann am Ufer und bei der Siegerehrung sicher. Kuhglocken bekamen wir trotzdem. Jede Crew bekommt die dort und das ist schön so – und was für Riesenteile die ersten drei Plätze bekommen! Wenn wir so eineSchelle mal bekommen würden, müsste ich in meinem Bauch extra Platz machen, denn in den Kofferraum vom Cabrio passen die im Leben nicht. Bis dahin müssen wir aber noch viel üben. Der Regen nahm so langsam ein wenig ab und ich fragte mich schon wo die beiden bleiben, denn normalerweise werd ich schon vor der Siegerehrung abgebaut. Jetzt ist das schon ne Weile her und ich steh immer noch aufgeriggt zwischen den anderen, schon reisefertigen Schiffen. Endlich kamen die beiden. Die Segel wurden so verpackt, dass sie noch trocknen konnten und auch die andern nassen Klamotten wurden in meinem Bauch verteilt. Dann bekam ich meine Zeltpersenning über, das heißt wir bleiben noch? Ja schon – aber nur ich – die Crew macht sich auf zum Gardasee !!! Ohne mich!!! Okay, dann mach ich es mir  hier beim SCAI so lange gemütlich zwischen Korsaren und FDs und warte bis sie wiederkommen. Nach dem turbulenten Wochenende ist das auch nicht schlecht.

Ah-so gewonnen hat der 3806 mit Birgit und Jens

Ergebnisliste Kuhschellen-Regatta

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