Auerhahnregatta 2018

Eigentlich beginnt ja jede Geschichte am Anfang aber in diesem Fall muss ich zuerst etwas Wichtigeres erzählen. Am Mittwoch den 29.08.2018 wollten wir uns mit der Tagescrew von vajra auf dem Gelände des Segelvereins Schluchsee zum segeln treffen. Wer war nicht da? –  der Schotte Benjamin und das hatte auch seinen guten Grund. Er wurde am Morgen Papa einer Tochter. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, heißt die Kleine Paula Louise, der ich hier an dieser Stelle alles Liebe für Ihren Lebensweg wünsche. Bestimmt werde ich Sie bald mal selber kennenlernen, wenn Sie auf meinem Deck rumkrabbelt. Damit bin ich nun am Anfang der Geschichte, die am Donnerstag zuvor mit der Fahrt von Losheim nach Stuttgart begann und dank des schönen Wetters mit offenen Verdeck erfolgen konnte. Nach einem Zwischenstopp beim Kind sind wir Freitags von dort zum Schluchsee gefahren. Vajra stand schon auf dem Platz vom SVS und ich wurde gleich daneben gestellt. Nachdem die Crew kurz weg war um Ihr Quartier zu beziehen, wurde ich zusammen mit MiniMax, der auch gerade gekommen war, aufgebaut. So standen wir zusammen in bester Gesellschaft mit vielen anderen Jollen auf dem Platz während die Crews es sich am Grillfeuer gemütlich machten. Wie immer wurde über offenem Feuer auf einem Schwenker gegrillt. Ja, ich hab´s schon richtig wiedergegeben, es wurde auf einem Schwenker gegrillt. Wenn sich ein Schwenker nicht dreht und schwenkt, dann nennt man es Grillen und nicht Schwenken. Da kenn ich mich aus, ich komme schließlich aus der Schwenker Region. Der Samstag Morgen war kalt und ungemütlich. Nach und nach  fanden sich immer mehr Schiffe ein und wurden aufgebaut. Auch ein neues Schiff gab es hier wieder zum Kennenlernen. Ein blauer Korsar mit Nummer 3831 der noch keinen Namen trägt und von zwei jungen Mädels gesegelt wird. Die Steuermannsbesprechung folgte pünktlich und anschließend sind wir dann aufs Wasser. Da vajra und Black Box auch da waren, hatte die Crew sich fest vorgenommen auf beide besonders gut aufzupassen. Es sollte im diesem Jahr auf keinen Fall wieder eine Leiste eines Klappstuhls nach der Regatta zur Reparatur notwendig sein. Es war auf dem Wasser dann so richtig herbstlich kalt und es setzte böiger Wind ein. Der erste Start glückte uns gut und wir segelten den Up and Down Kurs fast immer an fünfter Position. Auf dem letzten Spikurs kamen wir sogar sehr nahe an Bernd das Boot und Kraftzwerg heran. Das Spi-Bergemanöver gelang der Crew von Bernd das Boot überhaupt nicht gut und so konnten wir Ihn an der Leetonne überholen. Durch ein Missgeschick mit seiner Genua verlor Kraftzwerg auch etliche Meter und auch Ihn konnten wir auf der Zielkreuz abfangen. So beendeten wir, wenn auch mit etwas Glück, diesen ersten Lauf als Dritte. Der Wind frischte auf und es begann zu regnen. Die Crew hatte mächtig kalt und wäre froh gewesen die Trockenanzüge dabei gehabt zu haben, aber wer dachte schon, als wir am Donnerstag bei 34 Grad losgefahren sind, dass es heute im Schwarzwald Winter sein würde. Ich wurde vor dem 2. Lauf schnell noch ungetrimmt, aber das war dann irgendwie nicht so ganz richtig, denn die beiden bekamen mich nicht mehr gut ins Gleiten. Sie kreuzten mittelmäßig, segelten sich aber unter Spi immer wieder ein paar Meter an das Feld heran. Auf der Zielkreuz bei eine Wende hakte sich die Genuaschot in den Karabinerhacken des Spibaums ein, so dass die Schottin die Genua gar nicht mehr dicht holen konnte. Genau in diesem Augenblick setzte auch noch eine Böh ein und ich stand im Wind. Bis dieses Malheur gefunden und beseitigt war, verging so viel Zeit, dass uns zwei Schiffe auf der Zielkreuz überholen konnten. So beendeten wir diesen Lauf als Achte.  Beim dritten Lauf war es fast genauso, die Kreuz war nicht so toll aber auf den Spikursen holten wir immer wieder etwas auf. Der Wettfahrtleiter startete trotz der widrigen Verhältnisse noch einen vierten Lauf, da für den nächsten Tag sehr wenig Wind gemeldet war. Eigentlich wollte die Crew bei diesem Wetter nie segeln, aber es kam schon so manches anders als sie es geplant hatten. Und so trimmten sie wieder etwas an mir herum und segelten diesen Lauf auch nicht schlecht. Auf dem letzten Spikurs überholten wir noch zwei Schiffe und rundeten als fünfte die Leetonne mit mindesten 10 Bootslängen Abstand zu den Verfolgern. Es war dann auch nur noch  ein Anlieger zur Ziellinie zu segeln und es sah alles gut aus. Von einem Meter auf den andern verlor ich aber Fahrt und die Verfolger holten auf. Mehr noch sie fuhren einfach ca 2 Bootslängen in Luv an mir vorbei ohne das die Crew etwas dagegen tun konnte. Skipper versuchte dann noch mit eine Wende auf die gleich Höhe zu kommen, aber es war schon zu spät für dieses Manöver. Wir hatten scheinbar eines der besonderen Schluchsee-Parktickets gezogen. Was die Crew besonders wurmte, war die Tatsache, dass es die beiden gleiche Schiffe waren, die uns schon im zweiten Lauf auf der Zielkreuz überholt hatten. Dann ging es nach der Zieldurchfahrt den langen Weg zurück zum Hafen. Ich wurde blitzschnell geslippt und abgedeckt weil die Crew eisig kalt hatte und schnell zur warmen Dusche wollten. Ich nehm es Ihnen auch nicht übel, dass sie dabei vergessen hatten mir die Riggspannung zu lösen und ich die ganze Nacht unter Spannung stand. Nachts begann es dann sogar zu frieren und im Rumpf von Prinz von Baden hatten sich kleine Eisschollen gebildet. Auch meine Persenning war weiß gereift als die Crew am nächsten Morgen zum aufriggen kam. Aber die Sonne ließ nicht lange auf sich warten und es wurde  ein sonniger Tag. Die Wettfahrtleitung zog die Startverschiebungsflagge hoch, da sich noch kein stetiger Wind einstellen wollte. Die Crews saßen draußen auf der Terrasse des SVS und fachsimpelten herum. Es ging natürlich auch um die Platzierungen. vajra lag punktgleich mit Prinz von Baden auf P1. Dessen Skipper sah das aber anders. Er sagte er stehe auf Platz eins und zeigte zum Beweis ein Handybild, welches er von der Liste am schwarzen Brett gemacht hatte. Das Bild hatte er auch schon nach Hause zum Stammskipper gemailt. Leider zeigte es nicht die Ergebnisliste sondern die Startliste und er war damit schon mal ein Kandidat für die schwarze Trottel-Tanne. Gegen Mittag frischte es dann soweit auf, dass die Wettfahrtleitung zum segeln rief. Als die Crew zu mir kam staunte sie nicht schlecht. MiniMax war schon reisefertig verpackt. Seine Crew dachte es kommt kein Wind mehr. Ein weiterer Kandidat für die Tanne also. Einer weniger an der Startlinie, auch gut, wobei wir MiniMax immer lieber auf der Bahn schlagen. Beim Start legte Skipper mich zu nahe an das Leefass und wurde  auch noch von bernd das boot überlaufen. Mit zu wenig Fahrt gelang es nicht die Boje zu erreichen, wir mussten einen schnellen Kringel drehen und dann hinter dem Feld als Letzte starten. Die Crew segelte aber gut. Auf dem letzten Spikurs überholten wir den Blauen Korsar und auf der Zielkreuz vamos a la playa. Zwei weitere Schiff lagen in unmittelbarer Nähe vor uns und kamen auf StbB auf uns und die Ziellinie zu. Die Schottin schrie, da wir auf BBbg segelten so laut Raum das beide sofort umlegten und wie sozusagen noch auf den Linie zwei Plätze gutmachten. Das war eine sehr schöne Aufholjagd und die Crew war trotz verpasstem Start richtig happy. Dann ging es zurück zum Hafen. Die meisten Schiffe wurden nach dem slippen abgebaut und verpackt. Ich nicht, denn die Crew hatte noch 4 Tage Urlaub eingeplant, den sie hier mit mir verbringen wollten. Schön gemütlich segeln sollte angesagt sein, denn der Windfinder sagte es so voraus. Manchmal lügt er aber etwas. Dann war aber erst einmal Siegerehrung. Wir belegten den fünften Platz und waren doch sehr zufrieden. Die Trotteltanne ging an die Jungs von vamos a la playa, die es geschafft hatten zwei mal zu kentern.  Einmal extra um das Großfall im Masttop zu richten. Dass wir die Regatta wieder mit den Monas und Dyas geteilt haben, ist gar nicht weiter aufgefallen, da wir immer vorneweg gesegelt sind und uns dadurch nie wirklich in die Quere gekommen sind. Nach der Verabschiedung wurde es dann schnell ruhig auf dem Platz und ich lag neben vajra, der auch noch eine Woche hier bleiben sollte. Montags wurde ich dann zusammen mit Ihm aufgeriggt und wir segelten runter über den ganzen See zur Staumauer und wieder zurück. Zwischendurch standen wir auch immer wieder mal, weil totale Flaute herrschte.  Am Dienstag hatte ich einen Ruhetag weil die Crew zum Cabriofahren und Baden in eine Therme unterwegs war. Der Mittwoch startete mit schönem Wetter und zur Mittagszeit setzte mächtig Wind ein.  Der kam, wie schon am Montag, aus Westen und brachte dadurch tückische Fallböen mit sich. In Höhe der Kaiserbucht war er etwas konstanter und so sind wir immer unter Spi volle Kanne vom Hafen zur Kaiserbucht gesurft und dann zurück gekreuzt. Das hat jede Menge Spaß gemacht, da es zeitweise mit Böen bis zu 6 Windstärken blies. Nachdem die Crew sich ausgetobt hatte und dann auch keine Kraft mehr hatte, wurde ich zum letzten Mal für diese Jahr am Schluchsee geslippt. Puh, was für ein Ritt heute, sagte Skipper als ich endlich oben am Hang stand. Bis auf eine kleine Macke an der Scheuleiste, als ich an den Steg gedutzt bin, ist auch alles heil geblieben. Da sind wir alle froh, schließlich war das hier nicht immer so. Am Abend spannten alle aus und legten bei Zeiten die Füße hoch. Der nächste Morgen weckte mich mit strahlendem Sonnenschein und alles was vom Vortag noch nass war konnte vor der Heimfahrt getrocknet werden. Diese ging zunächst beschaulich durch das Glottertal und dann flux über die französische Autobahn. Dann wie immer noch ein paar unsortierte Bilder von der Woche.

ah-so gewonnen hat Prinz von Baden mit Peter und Jens

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