Antje‘s Mast

Was ist das denn? Ein weiterer Mast in meiner Garagenwerft. Ich werde doch wohl nicht zum Zweimaster umgebaut, oder bekomm ich etwa einen neuen Mast? Aber der ist doch aus Holz und sieht schon etwas vergammelt aus. Ne da hat sich Skipper wohl wieder was gegen die Winterlangeweile „eingefangen“. Der Mast gehört zur Antje, die in Inheiden zu Hause ist. Er soll bezüglich der Segelnut etwas überarbeitet werden und einen neunen Lackanstrich bekommen. Also eigentlich nix Großes. Als Skipper dann aber die Beschläge abgeschraubt hatte, zeigte sich schnell, dass da wohl etwas mehr zu tun sein wird. Einige Holzschrauben hatten zu viel Spiel bzw. waren doll. Die Segelnut war auf einer Seite 2 Meter lang eingerissen und damit locker. Lange hätte das nicht mehr gehalten, dann wäre bestimmt das Großsegel aus dem Mast gerissen.

Der Mastfuß war unten zum Teil so morsch, dass er fast zu Staub zerfiel. Da ist es dann wohl nicht mit etwas Schleifpapier und Farbe getan. Als erstes fräste Skipper all das tote Holz weg bis sich „festes Fleisch“ fand. Dann laminierte er Carbon Stäbe zur Verstärkung in den entstandenen Hohlraum ein. Damit waren die Seiten soweit wieder modelliert. Nun sägte er aus sehr hartem Cumaru Holz zwei Klötze aus die in die Mitte eingebaut wurden. Die noch vorhanden Risse und Unebenheiten hat er verspachtelt und eben geschliffen. Zum Schluss wurde der Fuß dann noch mit Glasgewebe mehrfach ummantelt.

Der nächste Mangel, den es zu beseitigen galt, war die eingerissene Nut am Mast in der das Großsegel eingeführt wird. Die ist auf der Steuerbordseite auf eine Länge von 2 Metern eingerissen. Die erste Idee, den Riss mit Holzleim zu kleben, verwarf er bald. Der Riss war zum Teil so dünn, dass dort der Leim nicht tief genug hätte eindringen können. Aber es gibt ja noch das dünnflüssige Epoxyd. Das hat er mit einer feinen Nadel in den Riss injiziert. Anschließen hat er die Nut fixiert und das Epoxyd aushärten lassen. Ein paar Tage später war wunderschönes Frühlingswetter und die Sonne schien schön warm. Da kann man prima draußen an der frischen Luft den Mast von dem alten Lack befreien. Damit die Nut auch dauerhaft hält, wollte er noch ein sehr feines Glasgewebe über den Riss laminieren.  Da der Holzmast flexibel bleiben sollte konnte er nicht den ganzen Mast einwickeln sondern nur je einen schmalen Streifen rechts und links der Nut. Das ging am besten, indem er die Nut mit einem Steifen überklebte und sie so eigentlich zunächst versiegelte.

Nach dem Auftragen mehrerer Schichten Harz und einer ausgiebigen Trocknung hat er die Nut wieder aufgeschnitten und die Schnittstellen glatt geschliffen. Jetzt ist die Nut wieder offen für das Segel. Das aufgetragene Harz auf dem Gewebe  musste dann wieder mit dem Holz verschliffen werden. Die ausgeleierten Schraubenlöcher hat er teilweise mit eingeklebten Holzdübeln instand gesetzt. Als er die Fallen probeweise einziehen wollte, stellte sich heraus das 40 cm vom Masttopp entfernt der Mast verstopft war. Selbst mit einem starren Stahlseil  war kein Durchkommen möglich und auch das Einblasen von Pressluft half nix. Skipper lötete nun mehrere Schweißstäbe zusammen und konnte damit den Pfropfen durchstoßen. Es stellte sich heraus das es verklumpte Holzspäne waren, die den Mast verschlossen hatten. Diese sind wohl durch die dicken Presshülsen auf den Stahlseilfallen entstanden, die im Mast immer auf und ab gezogen werden. Da sollte man vielleicht für die Zukunft auf Dynema umsteigen, auch wenn das nicht so ganz zur Historie des alten Mast passt. Nun war der Mast soweit vorbereitet das er lackiert werden konnte. Die Beschreibung des Epifanes Bootslackes sieht vor, dass man bei rohem Holz ca. 8-10 Schichten Lack aufträgt. Die Trocknung bei den Temperaturen in meiner Werft dauert pro Auftrag bis zu 48 Stunden. Und die Edelstahlbeschläge wollen schließlich auch noch vom alten Lack befreit und poliert werden. Na ja Skipper, da bist du wohl noch ne Weile beschäftigt. Aber soweit ich mitbekommen habe naht ja bald Hilfe aus Hessen.